West-Nil-Virus (WNV)
Die
West-Nil-Virusinfektion, die auch als West-Nil-Fieber
bekannt ist, kommt in Afrika, Nahost, Indien und den USA
vor. In Europa ist das West-Nil-Fieber bereits in den
60er Jahren beobachtet worden, heute tritt es wieder
gehäuft auf.
Zugvögel infizieren sich beim Überwintern in Afrika und
bringen das Virus in den Sommermonaten nach Europa. Sie
stellen das Erregerreservoir dar. Der Infektionszyklus
läuft über die Stechmücke, die das Virus beim Stechen
infizierter Vögel und Blutsaugen aufnimmt und auf andere
Säugetiere, beispielsweise Pferde überträgt. Die größte
Infektionsgefahr besteht somit zwischen Juli bis
Oktober, wenn die Zugvögel ihr Sommerquartier bezogen
haben und eine große Population von Stechmücken
vorhanden ist. Eine direkte Infektion von Pferd zu Pferd
ist nicht möglich.
Die
Inkubation (Zeit zwischen Infektion und ersten
Krankheitserscheinungen) beträgt beim Pferd 3-15 Tage.
Das West-Nil-Virus manifestiert sich vor allem im ZNS
(zentrales Nervensystem). Zunächst fallen unspezifische
Krankheitserscheinungen wie Fieber, Inappetenz und
Depression auf. Dann entwickeln sich neurologische
Symptome - oft werden Schluckbeschwerden und
Sehstörungen beobachtet. Die betroffenen Pferde stolpern
vermehrt, Schwäche in der Hinterhand sowie
Muskelschwäche tritt auf. Im fortgeschrittenen Stadium
stellen sich Lähmungen ein, es kommt zum Festliegen,
Krämpfe treten auf, es kann zum Koma kommen. In schweren
Fällen kann die Erkrankung tödlich verlaufen.
Eine
spezifische Therapie gibt es bei dieser neurologischen
Erkrankung nicht. Es können nur die auftretenden
Symptome behandelt werden. Somit ist ein wichtiger
Schritt bei der Bekämpfung dieser Erkrankung in der
Prophylaxe zu sehen. Es besteht jetzt die Möglichkeit,
Ihr Pferd gegen diese Viruserkrankung zu impfen, da der
in den USA schon länger eingesetzte Impfstoff nun auch
in Europa zugelassen ist.
Bei
der Impfung handelt es sich um eine inaktivierte
Vollvirus-Vakzine, die in den Muskel injiziert wird. Die
Impfung kann bei Pferden ab einem Lebensalter von 6
Monaten durchgeführt werden. Für die Grundimmunisierung
sind zwei Impfungen im Abstand von 3-5 Wochen nötig. Die
Wiederholungsimpfungen müssen nach momentanem
Wissensstand jährlich erfolgen, um einen Impfschutz zu
erzielen.
Sinnvoll ist im Rahmen der Prophylaxe zusätzlich, die
Stechmücke als Vektor zu kontrollieren. Leere
Behältnisse und Wasserlachen, die als Brutstätten
genutzt werden, sollten vermieden werden,
Wasserbehältnisse auf Weiden müssen in kurzen
Intervallen mit frischem Wasser gefüllt werden, um die
Vermehrung der Population zu reduzieren. Es sollten
Weiden in der Nähe von stehenden Gewässern und Tümpeln
sowie die Zeit in der Morgen- und Abenddämmerung zur
Beweidung gemieden werden, um Ihr Pferd der Stechmücke
weniger auszusetzen. Zusätzlich können Sie Repellents
anwenden. Durch das Auftragen von speziellen Emulsionen
wie Beispielsweise "Wellcare" können Sie Ihr Pferd für
die Stechmücke „weniger attraktiv machen“.
Wenn
Sie Ihr Pferd mit einer Impfung gegen das WNV schützen
möchten, vereinbaren Sie telefonisch einen Termin mit
uns. Auch bei weiteren Fragen zu der Impfung gegen das
West-Nil-Virus stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.