Operationsvorbereitung und Narkose
Aufgrund der extremen Körpermasse stellt der Patient Pferd
besondere Anforderungen an die Narkose und benötigt eine
optimale Vorbereitung.
Bei geplanten chirurgischen Eingriffen, wie beispielsweise Arthroskopien oder Kastrationen, können die vierbeinigen
Patienten bestmöglich auf die Narkose vorbereitet
werden um das Narkoserisiko zu minimieren.
Mindestens einen Tag vor der Operation wird das Pferd in der
Pferdeklinik Fister stationär aufgenommen, damit es den
Stress des Transportes verarbeiten, sich in der neuen
Umgebung eingewöhnen kann und die nötigen Untersuchungen
in Ruhe durchgeführt werden können.
Es findet im Rahmen der OP-Vorbereitung standardmäßig eine
Allgemeinuntersuchung des Pferdes unter besonderer
Berücksichtigung des Herz- und Kreislaufsystems sowie
des Atmungstraktes statt. Die Kontrolle des Blutbildes
sowie die Untersuchung des Kotes auf Parasiten und Sand
ergänzen die Vorbereitung. Bei abweichenden Befunden
können zusätzliche Untersuchungen wie beispielsweise
Blutgasanalyse und Bronchoskopie durchgeführt werden
oder entsprechende Therapiemaßnahmen (z.B. Entwurmung)
ergriffen werden. Falls nötig können in ruhiger
Atmosphäre Röntgenbilder angefertigt werden.
Um die Narkosezeit und somit die Belastung für das Pferd zu
minimieren, wird das Operationsfeld bereits am Vortag
geschoren und wenn möglich mit einem desinfizierenden
Verband abgedeckt.
Der Patient wird bis zu dem chirurgischen Eingriff in einer
Spänebox untergebracht, um den Verdauungstrakt nicht
durch übermäßiges Strohfressen zu belasten, außerdem
bleibt dem Pferd das Tragen eines Maulkorbes, um
nüchtern in die OP zu gehen, erspart.
Am Tag der chirurgischen Maßnahme erhält das Tier weder
Kraft- noch Raufutter.
Es wird ein Venenverweilkatheter in die Halsvene gelegt, um
einen permanenten venösen Zugang zu gewährleisten. Da
das Pferd kurz vor dem Eingriff gewogen wird, ist eine
gute Dosierung der Medikamente möglich. Nach dem
Sedieren des Patienten wird er mit einer
Injektionsnarkose abgelegt. Die Narkose wird dann in
Form einer Inhalationsnarkose aufrechterhalten. Ein sog.
Tubus wird in die Luftröhre des Patienten geschoben, der
an dass Narkosegerät angeschlossen wird, um das Pferd
beatmen zu können. Da sowohl ein Narkosegerät für
Großpferde und Ponys als auch eines für Fohlen zur
Verfügung steht, ist die Pferdeklinik auf jede
Patientengröße optimal ausgerichtet. Der Anästhesist
überwacht die Narkose durch Prüfen des Pulses und der
Reflexe, zusätzlich ermöglichen EKG, intravasale
Blutdruckmessung sowie Blutgasanalyse eine optimale
Kontrolle.
Nach beendeter Operation wird das Pferd durch einen Kran in
eine gut gepolsterte Aufwachbox gefahren. Mit Hilfe
zweier Longen, die an einem Halsriemen und am Schweif
befestigt werden, kann es beim Versuch des Aufstehens
unterstützt werden. Die gesamte Aufwachphase wird
durchgehend von erfahrenem Personal überwacht. Wenn der
Patient sicher steht, wird er in die Box gebracht. Vier
Stunden später wird er mit Heu oder Heulage angefüttert.
Nach zwei Tagen wird der Späneeinstreu langsam Stroh
hinzugefügt, um die Pferde wieder an die übliche
Einstreu zu gewöhnen und das Risiko einer Obstipation
(Verstopfung) zu reduzieren.
Nach der Operation...

Aufwachphase
In
der Regel verbleiben die Pferde bis zum Entfernen des
Nahtmaterials (Tag 8-10 nach OP) in der Klinik. Es
erfolgen tägliche Verbands- bzw. Wundkontrollen und
regelmäßige Verbandswechsel. Bei der Entlassung
erleichtert eine schriftliche Entlassungsanweisung dem
Besitzer das weitere Vorgehen mit seinem vierbeinigen
Partner. Alternativ besteht die Möglichkeit, die
Rehaphase von erfahrenen Mitarbeitern im Pferdezentrum
Fister durchführen zu lassen.
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