PferdeZentrum Fister, Bilsen

Pferdezentrum Fister - Gesundheit und SportPferdezentrum Fister in Bilsen

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Tierärztliche Klinik für Pferde

HF-Chirurgie (Hochfrequenz-Chirurgie)

Bei der auch als HF-Chirurgie bezeichneten Hochfrequenz-Chirurgie wird ein Wechselstrom hoher Frequenz genutzt. Je nach Wahl des HF-Stromes variiert der Effekt von minimaler, oberflächlicher oder tiefreichender Verschorfung bis zum Schneiden von Gewebe. Da durchtrennte Gefäße bei dieser Technik zeitgleich verschlossen werden, erfolgt gleichzeitig eine Blutstillung.

Indikationen für den Einsatz der HF-Chirurgie stellen das Entfernen von Tumoren wie beispielsweise Siebbeinhämatome oder Subepiglottiszysten dar. Da die eingesetzte HF-Schlinge über den Arbeitskanal eines über den Nasengang eingeführten Endoskopes zum Ort des Eingriffes geschoben wird, erfolgt der Eingriff unter guter Sichtkontrolle.

In der Gynäkologie wird diese Technik zum Entfernen von Zysten, Tumoren oder Verklebungen im Bereich des Uterus eingesetzt.

Bei den aufgeführten Beispielen hat die HF-Chirurgie als minimal invasiver Eingriff den Vorteil, dass man diese Manipulation am stehenden, sedierten Patienten durchführt. Das Risiko einer das Pferd deutlich stärker belastenden Vollnarkose wird somit vermieden.

 

Das progressive Siebbeinhämatom (PSH)

Beim progressiven Siebbeinhämatom (PSH) handelt es sich um eine Erkrankung des oberen Respirationstraktes. Es stellt eine von den Strukturen des Siebbeins ausgehende Gewebezubildung unbekannter Ursache dar. Diese Art von Tumor tritt nur bei der Spezies Pferd auf, es sind in der Regel Pferde mittleren Alters ( ca. 10 Jahre) betroffen.

Das progressive Siebbeinhämatom wächst langsam aber fortschreitend (progressiv), es kann sich in den Nasopharynx, die Nasen-, Kiefer- und Stirnhöhle ausbreiten und durch die Umfangszunahme  angrenzende Gewebsstrukturen in Form einer Druckatrophie schädigen. Es können in fortgeschrittenem Stadium auch Auflösungen der Nasenmuscheln beobachtet werden.

Beim Anfertigen histologischer Schnitte lässt sich Granulationsgewebe mit Siederophagen, Riesen- und Plasmazellen darstellen.

Das Allgemeinbefinden der betroffenen Patienten ist in der Regel ungestört. Charakteristisch ist geringgradiges, einseitiges Nasenbluten, das unabhängig von Belastung intermittierend auftritt. In fortgeschrittenen Fällen kann es aufgrund der Größe der Umfangsvermehrung zu Verengungen im Bereich der oberen Atemwege kommen, die zu Atemgeräuschen führen können.

Mit Hilfe der Endoskopie am stehenden, eventuell sedierten Pferd ist eine Diagnose in der Regel einfach zu stellen. Bei fortgeschrittenen Siebbeinhämatomen, die sich bereits im Nachbargewebe ausgebreitet haben, kann eine Computertomographie nötig sein, um Lage und Ausdehnung genauer bestimmen und eine bessere Aussage hinsichtlich der Prognose treffen zu können.

Im Anfangsstadium kann das Siebbeinhämatom unter endoskopischer Kontrolle mit Formalinlösung injiziert werden. Je nach anatomischen Verhältnissen kann auch eine chirurgische Entfernung versucht werden. Aufgrund starker Blutungen und der beengten anatomischen Verhältnisse ist das chirurgische Vorgehen oft schwierig und unübersichtlich. Sehr gute Erfahrungen wurden nun in der Pferdeklinik Fister mit der Hochfrequenzchirurgie (HF-Chirurgie) gemacht. Dieses minimalinvasive Verfahren kann am stehenden, sedierten Patienten vorgenommen werden. Das Risiko der Vollnarkose entfällt. Die Nasengänge des Pferdes werden als Zugang genutzt (transnasaler Zugang). Unter endoskopischer Sichtkontrolle wird die HF-Schlinge über das Siebbeinhämatom gezogen. Die Strukturen werden vorsichtig abgelöst und gleichzeitig die Blutungen gestillt. Dadurch werden größere Blutungen verhindert und der Operateur behält eine gute Übersicht während des Eingriffes. Aufgrund einer hohen Rezidivgefahr (30-40%) sind in der Regel mehrere Wiederholungen des Eingriffes mit der HF-Schlinge nötig.

Die folgenden Fotos dokumentieren den Behandlungsverlauf eines mit der HF-Chirurgie erfolgreich therapierten Siebbeinhämatoms.

Einsatz der HF-Schlinge (siehe Pfeil) unter endoskopischer Sichtkontrolle bei der Entfernung eine Siebbeinhämatoms.

Einsatz der HF-Schlinge (siehe Pfeil) unter endoskopischer Sichtkontrolle bei der Entfernung eine Siebbeinhämatoms.

Mit Schleimhaut überzogener, regenerierter Bereich nach erfolgreicher Therapie in mehreren Sitzungen.

Mit Schleimhaut überzogener, regenerierter Bereich nach erfolgreicher Therapie in mehreren Sitzungen.

 

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