Gynäkologie
1.
Gynäkologische Untersuchung:
Die gynäkologische Untersuchung einer Stute kann z.B.
erforderlich werden
-
beim
Einsatz der Stute in der Zucht (Zykluskontrolle,
Ermittlung des optimalen Besamungszeitpunktes,
Trächtigkeitsdiagnostik,
Zuchttauglichkeitsuntersuchung,
Management von "Problemstuten" etc.)
-
im
Rahmen einer Ankaufsuntersuchung
-
bei
gesundheitlichen Problemen oder Rittigkeitsproblemen,
deren Ursachen gynäkologischer Natur sein können
-
im
Rahmen der Geburtshilfe

Vollständige Placenta einer
Stute mit Körper, rechtem und linkem Horn
Der Umfang der Untersuchung kann je nach Fragestellung
variieren.
Manuelle
und sonografische rektale Untersuchung:

Rektale Untersuchung einer
Stute mit Hilfe des Ultraschalls durch Frau Dr. Stoll
-
zur
Beurteilung von Größe, Konsistenz und Symmetrie der
Eierstöcke (Ovarien) sowie Art, Größe und Konsistenz der
darauf befindlichen Funktionskörper (Follikel,
Gelbkörper) bzw. pathologischen Zubildungen (z.B.
Zysten, Hämatome, Tumore)

Sonografische Darstellung
von zwei Follikeln (schwarz) auf einem Eierstock
-
zur
Beurteilung von Größe, Symmetrie, Kontraktilität,
Konsistenz und Inhalt der Gebärmutter (Uterus)
-
zur
Trächtigkeitsuntersuchung, Management von - beim Pferd
unerwünschten - Zwillingsträchtigkeiten

Darstellung einer
Zwillingsträchtigkeit mit zwei durch eine
Membran voneinander abgetrennten Fruchtblasen
Vaginale Untersuchung:

Einführen eines Polanski
Spekulums in die Scheide zur vaginalen Untersuchung

Blick durch das Spekulum auf
die Cervix (äußerer Muttermund,
zentral gelegen) und das Scheidengewölbe
-
Entnahme von Cervixtupferproben
-
Die
bakteriologische und mykologische Untersuchung und
Auswertung der Cervix-Tupferproben inclusive Anfertigung
eines Resisitenztestes kann im klinikeigenen Labor
erfolgen (Ausnahme: Erreger der Contagiösen equinen
Metritis, CEM, hierfür sind nur Speziallabore
ausgerüstet).
Bei Vorliegen von pathogenen Keimen, Hefe- oder
Schimmelpilzen liegt eine Endometritis vor. Die
entsprechende Behandlung kann ebenfalls von unserer
Klinik durchgeführt werden.
Beim Einsatz für die Zucht sind Cervix-Tupferproben
erforderlich bei Maidenstuten, güst gebliebenen Stuten
sowie Stuten mit nicht physiologisch verlaufener Geburt
(z.B. Totgeburt, Nachgeburtsverhaltung). Zu empfehlen
ist die Entnahme einer Tupferprobe allerdings auch bei
Stuten mit normal verlaufener Geburt.
-
zytologische Untersuchung von Cervixtupfern
Uterusbiopsie:
Als weitere diagnostische Möglichkeit kann eine Gewebeprobe
aus der Gebärmutter entnommen werden, um z.B. Hinweise
auf Endometritiden, Endometrosen, Veränderungen der
Uterindrüsen oder Angiopathien (Veränderungen der
Gefäße) zu erhalten. Eingesetzt wird die Biopsie v.a.
bei Fruchtbarkeitsproblemen, vermehrter
Flüssigkeitsbildung in der Gebärmutter und zur
Diagnosehilfe bei Granulosazelltumoren.
Uterusendoskopie (= Hysteroskopie):
Mit Hilfe der Hysteroskopie kann die Gebärmutter "von
innen" betrachtet werden. Dabei können u.a.
Veränderungen der Schleimhaut, Zysten und
Entzündungsherde diagnostiziert werden.
Ein weiteres Einsatzfeld ist die endoskopische Besamung von
Stuten direkt an die Eileitermündung.
2.
Hofbesamung:

Hengstspermien unter dem Elektronenmikroskop
Sofern die Besamungsstation, auf der der Hengst Ihrer Wahl
steht, Frischsperma abgibt, können wir die Besamung
Ihrer Stute sowie alle erforderlichen begleitenden
Untersuchungen in Ihrem Stall durchführen. Um den Ablauf
zu erleichtern, sollten Sie sich vorher bei der
Hengststation über organisatorische Fragen informieren
(bis wann muss Sperma bestellt werden, wie viele
Portionen in welchem zeitlichen Abstand sind erhältlich,
funktioniert der Versand an Wochenenden bzw. Feiertagen,
etc.).
3.
Chirurgie
Chirurgische Korrektur der Vulva/Scheidenplastik:

Scheide nach
der Scheidenplastik

deutlich
verbesserter Schamschluss nach einer Scheidenplastik
Bei schlechtem Schamschluss bzw. Schrägstellung der
Schamlippen kann es u.a. zum "Luftziehen" und erhöhter
zu Endometritisanfälligkeit und somit zu
Fruchtbarkeitsproblemen kommen. Hier kann durch eine
Scheidenplastik Abhilfe geschaffen werden. Ebenso ist
nach Geburtsverletzungen eine chirurgische Versorgung
erforderlich.
Chirurgische Entfernung von Eierstöcken bei Ovartumoren:
(=Ovariektomie)

Bei Ovartumoren handelt es sich in den meisten Fällen um
sogenannte Granulosazelltumoren. Diese sind i.d.R.
gutartig, jedoch verändert sich der Hormonhaushalt und
der Tumor übt Druck auf den betroffenen Eierstock aus.
Es kommt zu Zyklusstörungen und Unfruchtbarkeit. Zudem
können Verhaltensveränderungen und dadurch
Rittigkeitsprobleme die Folge sein. Nach Entfernung des
Ovars kann ein großer Prozentsatz der betroffenen Stuten
wieder züchterisch genutzt werden.

Der Aufwand
hat sich gelohnt!
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