Ankaufsuntersuchung
Ankaufsuntersuchungen nehmen einen nicht unerheblichen
Teil der tierärztlichen Tätigkeit ein. Aufgrund der vor
einigen Jahren veränderten Rechtslage beim Pferdekauf
sind Käufer und auch Verkäufer an einer genauen
Feststellung des Gesundheitszustandes des betreffenden
Pferdes zum Zeitpunkt der Übergabe interessiert. Somit
stellt der Tierarzt eine neutrale Instanz dar, die
unparteiisch den gesundheitlichen Momentzustand des
Pferdes feststellt. Die nötigen Untersuchungen werden
bei uns mit entsprechender Sorgfalt durchgeführt.
Der
Umfang der Untersuchungen ist dabei nicht starr
festgelegt, sondern richtet sich nach den Wünschen des
Auftraggebers, der je nach Absprache der Käufer oder
Verkäufer sein kann.
Standardmäßig setzt sich die Ankaufsuntersuchung aus
einem klinischen Teil in Ruhe und unter Belastung sowie
einer Röntgenuntersuchung zusammen.
Beim
klinischen Check wird eine Allgemeinuntersuchung
durchgeführt, Haut, Atmungsapparat, Herz- und
Kreislaufsystem, Nervensystem, Augen und
Bewegungsapparat werden in Ruhe überprüft. Es folgt eine
Beurteilung des Bewegungsapparates des Pferdes auf
festem und weichem Grund auf gerader und gebogener Linie
sowie Provokationsproben (sog. Beugeproben).
Anschließend wird das Pferd ausgebunden an der Longe
oder unter dem Reiter im Trab und Galopp vorgestellt, um
Herz, Lunge und Bewegungsapparat unter Belastung zu
beurteilen.
Der
Umfang der Röntgenuntersuchung richtet sich nach den
Wünschen des Auftraggebers. Standardmäßig werden 12
Aufnahmen erstellt: Zehe seitlich von allen vier
Gliedmaßen, je drei Bilder beider Sprunggelenke und
Strahlbeinaufnahmen in der sogenannten
Oxspring-Projektion beider Vorderextremitäten. Zu
empfehlen sind als Zusatzaufnahmen zwei Aufnahmewinkel
beider Kniegelenke sowie zwei Röntgenbilder des Rückens.
Die digital erstellten Röntgenbilder werden nach dem
Röntgenleitfaden beurteilt und vorliegende Befunde einer
Röntgenklasse zugeordnet, um dem Aufraggeber eine
Orientierung hinsichtlich der vorliegenden Befunde und
der zu erwartenden klinischen Relevanz zu geben. Gerade
bei einem geringeren Kaufpreis scheuen einige Käufer die
Kosten der Röntgenuntersuchung, doch wir empfehlen Ihnen
stets zu bedenken, dass die laufenden Kosten eines
Pferdes und auch Behandlungspreise bei einer Erkrankung
des Bewegungsapparates, die man eventuell bei einer
vorangegangenen Untersuchung hätte erkennen können,
unabhängig vom Kaufpreis sind. Die Röntgenuntersuchung
gibt keine Garantie, doch einigen "bösen Überraschungen"
können Sie vorbeugen.
Bei
von der Norm abweichenden Befunden oder bekannten
Vorerkrankungen können auf Wunsch des Auftraggebers
zusätzliche Untersuchungen wie Endoskopie, Ultraschall,
Spezialröntgenaufnahmen, Untersuchung auf
Zuchttauglichkeit oder Laboruntersuchungen durchgeführt
werden.
Nach
Beendigung aller gewünschten Untersuchungen findet ein
abschließendes Gespräch mit dem Auftraggeber über die
vorliegenden Befunde statt, um ihm eine Orientierung
hinsichtlich des Zustandes des Pferdes zu geben.
Abschließend erhalten Sie ein schriftliches Protokoll
über die gesamte Untersuchung und auf Wunsch die
angefertigten Röntgenaufnahmen auf CD.
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